Wie heißt der Loriot-Sketch mit dem Atomkraftwerk?
Worum geht es?
Um ein Spielzeug. Der Vater baut das Modell unterm Weihnachtsbaum zusammen, so beiläufig wie eine Carrerabahn, während die Familie nebenan Weihnachten feiert.
Dann geht es hoch. Die Explosion hinterlässt ein Loch im Fußboden, durch das man dem Ehepaar in der Wohnung darunter beim Essen zusehen kann.
Warum funktioniert er?
Weil Loriot nie die Stimme hebt. Die Komik entsteht aus dem Abstand zwischen der Harmlosigkeit der Darbietung und der Ungeheuerlichkeit des Gegenstands, und dieser Abstand wird nie kommentiert.
Dasselbe Verfahren findet sich in fast allen seiner Arbeiten. Er beschreibt Katastrophen im Tonfall einer Gebrauchsanweisung.
In welchem Zusammenhang stand das?
1978 war die Kernenergie in Deutschland eines der größten Streitthemen überhaupt, Brokdorf und Gorleben standen in jeder Zeitung. Der Sketch nimmt keine Seite ein und macht sich stattdessen über die Selbstverständlichkeit lustig, mit der darüber geredet wurde.
Was macht Loriot so haltbar?
Dass seine Sketche fast ohne Zeitbezug auskommen. Die Nudel im Gesicht, das schiefe Bild an der Wand, das Ei, das Herrenoberbekleidungsgeschäft: Alles davon funktioniert auch ohne Kenntnis der Siebziger.
Das Atomkraftwerk ist eine der wenigen Ausnahmen, und es wird trotzdem zitiert. Seit 1997 läuft der Sketch in der Neuschnittfassung jedes Jahr zu Weihnachten in der ARD.
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Und, gemerkt?
Wer baut bei Loriot das Atomkraftwerk auf?